An exceptional one has gone: Ueli Steck is dead.

We are shocked by the message, the climbing community has to recognize the loss of one of its grandest. Ueli Steck’s dead body was found in the Mount Everest area, as the Himalayan Times reports, where he was preparing for a traverse of Everest and Lhotse.
It is hard to believe and words don’t come easy, although one might not be extremely  surprised by the message. Yes, in fact, there might not have been many other ways of dying imaginable for a person who loved the mountains and climbing as deeply and amply as Ueli Steck and who was as irresistibly attracted by them. Mountains were his life. But still, the message comes out of nothing and as a shock. Still it is hard to imagine a climbing world without Ueli. In an interview around three years ago, after his fantastic alpine-style climb of Annapurna’s south face, he told me that if he continued on that level, eventually this wold go wrong; »Irgendwann geht das schief.« What a fatal sentence.
Now it did go wrong, although he had seemed to have drawn consequences and did choose his recent project, the Everest-Lhotse-traverse, in particular because he did not want to continue climbing as risky as on Annapurna.

His death leaves questions, at least to me.

Ueli leaves a wife, and the climbing community mourns for one of its greatest lights of inspiration, possibly with a disturbing shade of dark fascination.

I need time to think about his death. You will certainly read more about this in the next days and weeks.

Inspiration on Women’s Day: Alison Hargreaves

Eiger North Face

The Eiger North Face. A.k.a. Eiger “Mordwand”. Epitome of a mountain face, filled with myth to its snow-edged brim: hair-raising tales of darkness and cold, death bivouacs, nationalist instrumentalization, and immense rockfall. First climbed in 1938.

Fifty years later, Scottish alpinist Alison Hargreaves climbed it in 1988, pregnant in her sixth month.

In August 1995 she died after having reached the summit of K2 – acknowledged as the world’s most dangerous mountain – without supplemental oxygen at the descent; and after having climbed Everest before, without supplemental oxygen, as the first woman, and as well, solo. She had a husband and two children, aged four and six. Continue reading

Ueli Steck über Trail-Running: „Das ändert die ganze Einstellung zum Bergsteigen“

Ueli Steck hat in Interviews eigentlich immer etwas Substantielles zu sagen. Deshalb habe ich die Gelegenheit neuerlich genutzt und mich beim vergangenen International Mountain Summit in Brixen mit ihm unterhalten. Wir sprachen über sein Buch und seine letzte Himalaya-Expedition, vor allem aber über seine Karriere als Solo-Alpinist und den Trend des Trail-Runnings, den er auch als bedeutsam für das heutige Bergsteigen ansieht.

 

Dieses Jahr im Frühjahr wolltest du zusammen mit David Göttler eine neue Route in der Shishapangma Südwand begehen. Was für eine Route war das? Ist sie vergleichbar mit deiner Route von 2011 oder in der Annapurna von vor zwei Jahren?

Ja, da bin ich die Girona-Route gegangen. Wie schwer das ist, das kann ich gar nicht so genau sagen, da wir es gar nicht richtig probieren konnten, weil wir nicht das richtige
Wetter hatten. Aber das wäre schon eine direkte Linie auf den Shishapangma gewesen.

Bist du sehr enttäuscht gewesen, dass es nicht geklappt hat?
Logisch ist man immer enttäuscht. Man geht mit dem Ziel los, etwas zu erreichen,
aber das ist die Realität beim Bergsteigen, das muss man akzeptieren. Wenn man das
nicht akzeptieren kann, dann hat man ein hartes Leben, das ist normal im Sport oder im
Bergsteigen, dass man nicht gewinnt. uelibuch

Ihr habt dort ja auch die Leiche von Alex Lowe gefunden. Welche Bedeutung hat das, wenn man die Leiche von einem so bekannten Bergsteiger findet? Was geht da in einem vor?

Das ist die nunmal Realität. Ich habe schon viele Tote in meinem Leben gesehen und von daher war es für mich nicht so ein tiefgreifendes Erlebnis. Ich hab den ja nicht
gekannt. Wenn das Leute gewesen wären, die ich gekannt hätte, dann ist das natürlich was komplett anderes. Aber so ist es der Alex Lowe, ich habe den nie vorher getroffen und dann ist das eine relativ abgestumpfte Angelegenheit.

Du hast ja eigentlich vor ein paar Jahren beschlossen, mit dem Solo-Klettern aufzuhören, vor allem auch aus Rücksicht auf deine Ehefrau Nicole. Warum hast du dann trotzdem weitergemacht?

Ja, das ist für mich schon ein heikles Thema. Continue reading

Jauchzet, frohlocket – Klettern wird olympisch!

Wenn das kein Grund zur Freude ist!

Es ist mittlerweile paar Wochen her, da gab das Internationale Olympische Kommittee (IOC) bekannt, dass Klettern eine Disziplin der nächsten Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo sein würde. Nachdem die Feierstimmung bei den wichtigen Lobby-Organisationen, allen voran dem IFSC langsam abklingt, melden sich in der Kletter-Community mehr und mehr kritische Stimmen zu Wort, wie etwa auch bei der Online-Plattform climbing.com zu lesen ist. Nicht überraschend. Warum? Das olympische Klettern wird genau genommen ein Dreikampf sein: aus den Teildisziplinen Lead, Bouldern und Speed. Am Ende siegt diejenige mit den meisten Punkten in allen Disziplinen. Das sorgt für Unverständnis bei einigen der Top-Kletterer_innen, da sie ein Problem mit der letztgenannten Disziplin, dem Speed-Klettern haben. Auf Climbing.com höhnte Corey Buhay schon über den “vertikalen Triathlon”.

Adam Ondra at Epic TV

Adam Ondra at Epic TV

Ein Aspekt, der vielleicht ausschlaggebend für die Entscheidung des IOC gewesen ist, könnte die größere Attraktivität von Speed-Klettern für ein vor allem kletterfremdes Publikum gewesen sein. Speed ist für jede_n verständlich, Weltrekorde sind viel einfacher möglich. Während der Welt-Sportkletter-Verband IFSC froh ist nun einen “Fuß in der Tür” des IOC zu haben und sich naturgemäß über die Entscheidung freut, obgleich seine Vorstellungen ursprünglich auch 3 Wettbewerbe für jede Einzeldisziplin vorsahen, sind die Gefühle bei den Athlet_innen gemischt. So sagte etwa Adam Ondra, einer der derzeit weltbesten Fels- und Wettkampfkletterer in einem Interview mit Epic TV, dass das Speed-Klettern eine eher künstliche Disziplin sei und mit der Philosophie des Kletterns nicht viel zu tun habe. Continue reading

Trainieren für’s Kapital

Fit for life? Oder fit für die Arbeit?
Wen interessiert heute noch systematisches Doping im Radsport? Müssen Frauen sich über Sport gleichstellen? Bin ich zu dick?
Und warum tun wir uns das alles an?

Wer kennt diese Fragen nicht? Um ihnen nachzugehen habe ich für die Leipziger Zeitschrift CEE IEH einen Text zu einer allgemeinen Kritik des Sports verfasst.
Man muss nun nicht einmal allzu genau hinsehen – der Sport ist fast immer ein Trainieren für oder die Ablenkung von der Arbeit. Anlässlich des frühlingsbedingt wiedereinsetzenden Zustroms von Joggern in die Parks und Wälder habe ich trotzdem genau hingesehen…

»Man merkt, es ist wieder Frühling. Sonntags 11 Uhr, Mittwochs 18 Uhr, fast egal, wann. Man erkennt sie schon von weitem mit ihren bunten, nicht selten neon-gelb leuchtenden und hautengen Funktions-Klamotten. Man kann kaum Spazierengehen, ohne dass sie einem den Weg abschneiden und sich mit ihren lautstarken Gesprächen über Trainingsmethoden und richtige Ernährung aufdrängen. Die Parks sind voller joggender Menschen. Und jedes Jahr werden es mehr.Reklame

Die Ausübung von Fitness-Sportarten wie Joggen und ein regelrechter Fahrrad-Hype nehmen ungebremst zu. Davon abgesehen geht ein klarer Trend zu Outdoor-Sportarten wie Wandern, Bergsteigen, Klettern (auch Indoor-Klettern) und Bouldern genauso wie Skitourengehen.
Hier kommt der Natur-Komponente eine tragende Rolle zu, für die die Sport-Bekleidungsindustrie in den letzten zwanzig Jahren einen riesigen neuen Zweig geboren hat: den der Outdoor-Klamotten.
Dass der übliche Käufer der 600€ Haglöfs-Hardshell seine Jacke eher ins Büro trägt, statt aufs Matterhorn, versteht sich von selbst. Nichtsdestotrotz nimmt die Frequentierung der Berge, die Zahl der Kletterhallen sowie die Mitgliedszahlen der Alpenvereine beständig zu. Erst 2013 hat der Deutsche Alpenverein die Marke von einer Million überschritten, Tendenz steigend.«

Neben einigen beispielhaften Ausführungen etwa darüber, welche (Wahn-)Vorstellungen von Normalität und welche Entgrenzung in gewissen Sportarten vorherrschen und darüber, wie Sport und “Empowerment” vermengt sind, steht eine psychoanalytische, d.h. triebökonomische Betrachtung auf der Grundlage von Herbert Marcuses Weiterführung der Freudschen Triebtheorie im Vordergrund. Ich versuche aufzuzeigen, dass der Sport sowohl ein Gebiet der Sublimierung darstellt – also der Ablenkung von Triebenergie auf kulturell angesehene und legitimierte Ziele – als auch Gebiet der Auslebung von Aggressionen, die gegen das eigene Ich gerichtet sind. Die Maximierung des durch die kapitalistische Gesellschaft den Individuen aufgenötigten Triebverzichts ist dabei als eine der Hauptursachen dafür anzusehen, dass sich im Verhältnis von Geist und Körper eine Art Hassliebe ausdrückt und der Körper zum Objekt einer instrumentellen Vernunft wird; dass Sport kaum emanzipatorisches Potenzial, dafür aber umso mehr Möglichkeit der Ablenkung und Zerstreuung und damit der Reproduktion oder gar Erhöhung der Leistungsfähigkeit bietet – bieten soll und muss – denn das sind neben der Bildung von Identität seine wichtigsten Funktionen. Oder wie es Siegfried Kracauer bereits 1930 ausdrückte:

»Zweifellos erfüllt die systematische Durchbildung des Körpers die Mission, das lebensnotwendige Gegengewicht gegen die vermehrten Anforderungen der modernen Wirtschaft herzustellen. Die Frage ist aber, ob es beim heutigen Sportbetrieb nur um 
 freilich unerläßliche Durchbildung geht. Ob nicht am Ende dem Sport auch darum heute ein so ausgezeichneter Platz in der Hierarchie der Kollektivwerte angewiesen wird, weil er den Massen die willkommene und von ihr voll ausgenutzte Möglichkeit der Zerstreuung bietet.« (Siegfried Kracauer: Die Angestellten)

Zum Text auf der Homepage des CEE IEH kommt ihr hier und als PDF.

Auf der Messe "Therapie" 2015 in Leipzig

Auf der Messe “Therapie” 2015 in Leipzig

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The outstanding free-climb of El Cap’s “Dawn Wall” and its echo

Much has been written about a climb that has been accomplished on El Cap in Yosemite on January 14th by Kevin Jorgeson and Tommy Caldwell. It echoed even in larger media such as wide-read newspapers and was highly debated, too, since dimension and style of their climb were not comprehensible for everyone.

El Capitán. Source: Wikipedia

The climb was topping year-long efforts, which consisted basically of figuring out a climbable route and preparing it – and themselves, of course. They accomplished the first free-climb of the Dawn Wall ever. It has “pushed climbing forward”, was one of the frequent statements, as expressed for example in an article that’s very worth reading on National Geographic‘s Adventure Blog. The climb was remarkable in several aspects. Continue reading

BMC: Mountaineering on the up and “This Girl Can”

The British Mountain Club (=equivalent to German Alpine Club DAV) reports that »Mountaineering is among the sports showing an increase in participation, according to the latest figures published by Sport England in its annual survey of the nation’s sporting habits.«

They say that in England, according to the “Active People Survey“, 93,000 people go mountaineering on a weekly basis. Also disabled people show an increase in mountaineering activity. Remarkably about that is a BMC Paraclimbing series.

However, numbers of women in mountaineering declined. And the gender gap in sports activities is reported to remain big.

But regarding the latter, industry, sports lobbies and the state are not passive. Sport England (which is probably an alloy of the three) have set up a campaign to do something about the declining numbers of women in sports. It’s called “This Girl Can” and with images of shaking fat pads and slogans like “I jiggle, therefore I am” aims on encouraging (more) women to do sports.

Encourage women to do sports? Don’t they do so already? Should they, at all? Or do they even have to?

And the most important question: WHY???

This Girl Can is here to inspire women to
wiggle, jiggle, move and prove that judgement
is a barrier that can be overcome.

Meet the stars of our campaign
who are doing what they do,
and letting nothing (not even sweat)
stand in their way.

I am still wondering if I should take this serious while I already hear me saying: Oh. My. God.

But let’s think about it for a second. It’s about judgment…

No, it seems I can’t think any longer. Immediately more questions raise inside me. I am also wondering: When will finally the long-desired stately campagin that encourages seniors to engage more in ceramics follow? And a campaign that rewards youngsters who start acting, a stately campaign to encourage coal mine workers to learn playing wind instruments, high-school teachers to occupy themselves more with whole-grain flours and disabled people to go to contemporary art museums and the one that gives incentives to bloggers to include more comparising literature analysis into their articles. And most importantly, a campaign that helps people quitting their sports, by basically telling them: »You’re okay – even when you don’t exercise!« and which of course could not only rely on fancy videos but necessarily would have to include psychological support?

This is soooooo…. let me just think of a word…..

It’s not that I am against empowerment of women. The Opposite! But why can’t girls – no, why can’t people – decide on their own, whether they want to do sports or not? Do they really have to be pushed to doing sports?

Also check out: “This Girl Can Climb”

…..stupid.