Zum Thema: Winterbergsteigen…

… habe ich schönes gefunden, das ich dem Internet nicht vorenthalten will. Als in den Alpen die Ziele und d.h. nicht nur die Gipfel, sondern später auch die Routen zu diesen Gipfeln – oder kurz gesagt: die Herausforderungen – ausgingen, kam es zu neuen Entwicklungen, neuen, herausfordernderen  Formen des Alpinismus. Der Geschwindigkeitsalpinismus entstand und bald auch der Winteralpinismus. Man spricht bei letzterem sogar teilweise von einer zweiten Erschließung der Alpen. Und die ist noch lange nicht abgeschlossen, denn es sind noch viele Gipfel übrig, die noch nicht im Winter bestiegen wurden, so etwa auch der Achttausender Nanga Parbat. An ihm ist in diesem Winter, wie im vorletzten Artikel bereits erwähnt, das Winterbergsteigen in seiner derzeit verwegensten Form betrieben worden. Bereits Anfang Januar war dort, wie ich erst jetzt festgestellt hab, eine Expedition [Vorsicht! Reinhold Messner lauert hinter dem Link!] der zwei bekannten Alpinisten Denis Urubko und Simone Moro gescheitert: »“Die Natur war stärker als wir”, sagen die Bergsteiger

Der wohl jetzt schon legendäre Meteorologe Karl Gabl, der zahlreiche Himalaya-Expeditionen fachlich betreut(e), äußerte sich gegenüber dem Deutschlandfunk zur Frage nach dem Warum…

»Im Sommer sind ja alle gemacht worden und im Winter gibt es noch viele Achttausender die noch nicht bestiegen worden sind und das ist in der Natur des Bergsteigens, dass die Erstbegehung zählt, aber das auch die erste Winterbegehung ihren fixen Platz hat.« [Fehler im Original]

»Winterbergsteigen – quo vadis?«

…stellte Der Bergsteiger 1984 eine der Lieblingsfragen der Alpinist_innen-Community. Wie so oft in der Geschichte war es eine technische Entwicklung, die einen neuen Stil oder man könnte auch sagen, eine neue Sportart hervorbrachte, die Entwicklung der Eisgeräte mit geschwungenen Pickelhauen – und später auch Pickelschafte – das Eisklettern.

In der Januar-Ausgabe des Bergsteiger 1984 wurde von Fritz Schmitt zum neuen Sport folgende Beobachtung gemacht:

„Die jungen »Extremen« haben zum Teil eine neue, aus Schottland und den USA importierte Spielart übernommen: das Wasserfallklettern. Da hacken sie sich mit den Frontzacken der Steigeisen, in jeder Hand einen Pickel oder Eishammer, am oft senkrechten Eis in die Höhe, daß wohl der einstige »Eispapst« Willo Welzenbach nicht aus dem Staunen herausgekommen wäre. Ein Gegenstück zum sommerlichen Bouldern. […] Ich meine, die Rose für Winterbergsteigen gebührt immer noch Ivan Ghirardini für seine drei Nordwände, denn der schönste Wasserfall ist neben einer Eiger-Nordwand eben nur eine Portion poliertes Eis.“ (1)

Das soll nicht für sich stehen bleiben. Denn in derselben Zeitschrift fand sich noch dieser ästhetische Hochgenuss:

Stylish: Eisklettern in seinen Anfängen, Anfang der 80er Jahre.

Stylish: Eisklettern in seinen Anfängen, zu Beginn der 80er Jahre.

Wie (erfrischend) anders wirkt da doch das hier:

Reklame für Ines Paperts Buch

Reklame für’s Buch von “Eisqueen” Ines Papert (Von mir überzeichnet, um halbherzig dem Vorwurf der Werbung entgegenzuwirken). Aus: ALLMountain 5/2012 (ganz hinten)

Was macht die Expressschlinge da oben über der Ines eigentlich?

Na wie dem auch sei. Demnächst mehr zum Verhältnis des Bergsteigens zur Philosophie von Rousseau… Oder so….

(1) Der Bergsteiger, 1/84, S. 14
Ivan Ghirardini war übrigens der erste, der die drei großen Nordwände der Alpen im Winter bestieg, wohlgemerkt innerhalb eines Winters, 1977/78.

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2 thoughts on “Zum Thema: Winterbergsteigen…

  1. Ines P. macht eine fast stilechte Rotpunktbegehung – da dürfen die Expressen schon eingehängt sein. Womöglich wurde die Route von oben präperiert. Es ist gar zu kraftraubend die Eisschrauben im Überhängenden selbst anzubringen. Wenn ich sehe wie C. Sharma eine Route im „on sight“ klettert in der alle wichtigen Griffe mit Tickmarks versehen sind und die Expressschlingen schon hängen, wird mir klar das so etwas nicht mehr ungewöhnlich oder gar „Betrug“ ist. Nur eine weite Regelauslegung für den medialen Fame.

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