IMS 2013 #1

Die fünte Ausgabe des International Mountain Summit in Brixen war bisher sehr spannend! Und bleibt es noch bis morgen.

Wermutstropfen schon vorab war die Feststellung, dass Steve House doch nicht dabei ist. Aber die anderen Veranstaltungen lassen das verschmerzen.

Besonders die Podiumsdiskussion, die am Sonntagabend unter dem Titel “Mountain Xtreme” stattfand, gewährte Einblicke in die Persönlichkeiten des zeitgenössischen Abenteuer- und Extremsports. Das Thema Risiko und Verantwortung wurde u.a. von einer der üblichen Männer-Runden, bestehend aus David Lama, Stefan Glowacz und Vertretern von Medien und Sponsoren beleuchtet, dabei ging es z.B. um die Rolle der Sponsoren und den Ehrgeiz und Egoismus der Extremsportler gegenüber Familie und Freunden.

Vor allem Wingsuit-Flieger Alexander Polli stach mit einem inspirierenden und glänzend referierten, sehr emotionalen Impuls-Vortrag über seine Passion, das Fliegen, heraus.

Eine Auswertung der Diskussion sowie ein Interview mit Polli wird es hier bald geben!

Zwei dicke Kameraden

foto: ims.bz

Klaus Zumwinkel, Ex-Vorstandschef der Deutschen Post und Reinhold Messner, die wohl nicht nur als dicke Bergkameraden, sondern in Form ihrer “Gruppe Similaun” auch als verschworene Manager-Seilschaft gelten müssen (das Manager-Magazin nannte sie: Der letzte Männerbund) sprachen am Samstagabend über Risiko und Leadership in Alpinismus und Wirtschaft. Da man sich ja im italienischen Staat befand, kamen sie irgendwie auf das Thema Italien zu sprechen. Zumwinkel ist wohl ein großer Liebhaber Italiens. Auf die Frage hin, wie er denn der italienischen Staatsschuldenkrise beizukommen versuchen würde, schlug er eine Vermögensabgabe vor. Darüberhinaus ist er Anhänger eines sehr deutschen Arbeitsverständnisses (“Arbeit ist Würde”). Seine wahre Natur offenbarte er letztendlich mit einer Äußerung zur Jugendarbeitslosigkeit, die in Italien wohl eine Quote von 40% einnimmt. Man lasse es sich auf der Zunge zergehen:

Jeden Politiker der so etwas zulässt müsste man erschießen.

Deutscher Arbeitswahn, Erschießungen, Vermögenssteuer. Gruselige Kombination.

Lichtblick in der Männerdomäne

Catherine Destivelle

foto: alpinist.com

Ein Highlight und Lichtblick zugleich war für mich der Vortrag von Catherine Destivelle, die im zwielichtigen und von archaischen Sitten geprägten Männer-Business des Alpinismus und auch im Rahmen des IMS eine hoffnungsvolle Ausnahme darstellte.

Sie war gewissermaßen die erste Frau im extremen bzw. professionellen Alpinismus und in ihrer erfolgreichen und bemerkenswerterweise relativ früh beendeten Karriere legte sie Wert auf Erstbegehungen schwerer Routen, die unabhängig von ihrem Geschlecht als solche gelten sollten. Sie vermarktete und verfilmte ihre Leistungen, berührte in ihrem Vortrag aber mit einer sehr sensiblen Sichtweise auf ihre Rolle als erfolgreiche Frau im Alpinismus. In einem Filmausschnitt sagte sie:

“If you really have a passion, you don’t think about that boy or girl thing, you just don’t care”.

 

 

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