Neues Jahr – Schnee von gestern

Es geht noch schlimmer – nach dem Sommerloch 2013 ist nun auch das Winterloch. Es passiert einfach nichts wichtiges in der Welt des Alpinismus. Einzig erwähnenswert war in den letzten Tagen und Wochen folgendes:

In Nepal gibt es mehr als 3000 Gipfel, die höher als 5500 Meter sind. Davon dürfen 310 bestiegen werden. Insgesamt sind es aber fast 2000, die sich für das Bergsteigen eignen, die aber vielfach nicht einmal einen Namen haben. Diesen Schatz wollen wir heben.

Das sagte Ang Tshering Sherpa, Mitglied einer nationalen Nepalesischen Kommission für Bergsteigen vor kurzem in einem Interview mit der FAZ und drückt damit unverschleiert aus, welche Absichten man dort verfolgt. Dagegen gibt es zwargrundsätzlich nichts einzuwenden, ist der Tourismus ja schließlich die wichtigste Einnahmequelle Nepals. Allerdings wird darin auch deutlich, dass der Ansturm auf den Himalaya in Zukunft nicht kleiner wird, sondern im Gegenteil, noch größer. Eine Einschränkung für Everest-AspirantInnen, etwa in Form von Nachweisen über alpinistische Erfahrung, wie von vielen Seiten gefordert, bleibt aus. Einzig nepalesische AnwärterInnen müssen einen bestiegenen 6000er nachweisen können, wie es auch in dem Interview heißt. Sicherheitsbedenken scheinen nicht aufzukommen. Auf den Vorfall vom Mai letzten Jahres angesprochen, bei dem Simone Moro und Ueli Steck gewalttätig von Sherpas angegriffen wurden, hatte Ang Tshering nur folgendes zu sagen:

Grundsätzlich ist Mount Everest für jeden da. Aber: Die besten Bergsteiger in den Alpen sind nicht die besten im Himalaja. Was das bedeutet, wissen die Einheimischen einfach besser.

Und, darauf hingewiesen, dass die beiden genannten auch an den 8000ern zu den Besten gehörten, noch:

Beide Seiten müssen besser zusammenarbeiten. Das bedeutet Trainings für die Sherpas und Briefings für die Ausländer. Ausländer unterschätzen den Himalaja oft. Sie wollen einfach nur auf die Gipfel. Die Folge dieser Mentalität sind Unfälle von Kletterern, die allein ohne Sherpas unterwegs sind. Bei Unfällen ist schwer, ihnen zu Hilfe zu kommen, denn oft wissen wir nicht einmal, wo sie sind und was sie vorhaben. Es dauert Tage, bis wir sie finden. Zu spät.

Stellt sich die Frage: Entstammt dieser Hohn einer erschreckenden Naivität, Unwissen oder strategischem Kalkül?

Und sonst so?

Der Winter der Nordhemisphäre ist aus alpinistischer Sicht bekanntlich eher eine ruhige Zeit, er stellt allerdings auch die Hauptsaison der Video(logie)produktion dar, wie The Adventure Blog anschaulich belegt. Ein Berg wird aber wie in den letzten Jahren schon, so auch jetzt belagert: der Nanga Parbat, der zusammen mit dem K2 den letzten im Winter unbestiegenen 8000er darstellt. Eine polnische Expedition, die sich den Namen Justice for all gab, kämpft sich dort durch den Tiefschnee, während ihr Personal aber aus familiären und beruflichen Gründen etwas ausgedünnt ist. Ihre News sind jedenfalls ganz lesenswert, da man auch einiges über Land und Leute erfährt, in dem Falle Pakistan, das den Polen als gastfreundlicher und warmherziger erscheint, als allgemein angenommen wird.

Zum Schluss noch ein großartiges Stück (V)Ideologie:
“Adventure is a way of life.”

»And if these wings don’t fail me,
I will meet you anywhere.«

Welcome to 2014!

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