Natur in der Werbung #2

»Das Schema der odyseeischen List ist Naturbeherrschung durch solche Angleichung.« (1)

Es ist zwar keine gute Methode, aber es passt einfach so gut: Dämliche Werbung mit Zitaten aus der Dialektik der Aufklärung denunzieren – oder anders herum: die Dialektik der Aufklärung mit dämlicher Werbung vermitteln.

Panorama-5_2012-page 21 (Bergsport-heute_4of14)

Aus: Panorama 5/2012, S. 21

Mimesis war das Wort, das Horkheimer und Adorno für Anpassung an die Natur benutzten, für eine Urform menschlichen Handelns also, die instinktgeleitet und reflexhaft erfolgte, weshalb insofern der Begriff Mimikry adäquater gewesen wäre, worauf auch Dirk Lehmann in seinem sehr lesenswerten Text “Denken im Schatten der Selbsterhaltung” in der Zeitschrift Prodomo hinweist: »Intentional zwar gegen die Natur gerichtet, ist sie [die Mimesis; ND] ihr aber nicht vollständig entgegen gesetzt. Mimetisches Verhalten richtet sich mit der Natur gegen diese. Sachlich richtiger müsste in dieser Hinsicht eher von Mimikry denn von Mimesis gesprochen werden. Mimikry meint schließlich einen instinktgeleiteten Reflex, ein Angleichen an Natur ob eines biologischen Reaktionsvermögens

Doch blieb die Entwicklung nicht an diesem Punkt stehen. Lehmann formuliert das mit Blick auf die Genese begrifflichen Denkens, Continue reading

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Natur in der Werbung

“Powered by nature” “und der Alltag bleibt auf der Strecke”:Powered by Nature

Adorno und Horkheimer haben es auf den Punkt getroffen, wenn sie in der Dialektik der Aufklärung ein Moment des gesellschaftlichen Naturverhältnisses beschrieben, wie es heute immer noch erstaunliche und erschreckende Aktualität besitzt:

“Natur wird dadurch, daß der gesellschaftliche Herrschaftmechanismus sie als heilsamen Gegensatz zur Gesellschaft erfaßt, in die unheilbare gerade hineingezogen und verschachert.”

"Ich liebe Natur"

Zum Thema: Ware…

…habe ich noch eine der letzten Ausgaben des innerhalb des Panorama erscheinenden jdav-Magazins “Knotenpunkt” gefunden, das auf das Thema eingegangen ist, wenn auch nur äußerst unbefriedigend, was aber wohl der Form des Magazins geschuldet ist. Allerdings erschien es unter einer, wie ich finde, sehr passenden Titelseite, die sich an die Werbe-Anzeigen von Globetrotter anlehnt. Allerdings sind das einzig erwähnenswerte an dieser Ausgabe leider tatsächlich die Bilder – außer dem cover gab es noch eine ziemlich beschränkte Karikatur (u.a. ein dickleibig stilisierter Firmen-Chef, wie ihn ein PDS Ortsgruppen-Pamphlet jeder x-beliebigen sächsischen Provinz nicht schlimmer hätte darstellen können). Die Knotenpunkt-Ausgabe findet man hier.

Knotenpunkt 5 / 2012

Träume…

…als Warensammlungen.

Mittlerweile schon ein Klassiker und aus Zeitschriften wie Bushaltestellen nicht mehr wegzudenken: Die Anrufung – oder Erweckung – von Träumen, zerfallen in die jeweils einzelnen Waren – oder die Ware und ihre Sammlung als der einzelne und der allgemeine Traum in der Gesellschaft, deren Reichtum als ungeheure Warensammlung erscheint…

Träume...

Aus: ALLMountain, 5/2012

Zum Thema: Winterbergsteigen…

… habe ich schönes gefunden, das ich dem Internet nicht vorenthalten will. Als in den Alpen die Ziele und d.h. nicht nur die Gipfel, sondern später auch die Routen zu diesen Gipfeln – oder kurz gesagt: die Herausforderungen – ausgingen, kam es zu neuen Entwicklungen, neuen, herausfordernderen  Formen des Alpinismus. Der Geschwindigkeitsalpinismus entstand und bald auch der Winteralpinismus. Man spricht bei letzterem sogar teilweise von einer zweiten Erschließung der Alpen. Und die ist noch lange nicht abgeschlossen, denn es sind noch viele Gipfel übrig, die noch nicht im Winter bestiegen wurden, so etwa auch der Achttausender Nanga Parbat. An ihm ist in diesem Winter, wie im vorletzten Artikel bereits erwähnt, das Winterbergsteigen in seiner derzeit verwegensten Form betrieben worden. Bereits Anfang Januar war dort, wie ich erst jetzt festgestellt hab, eine Expedition [Vorsicht! Reinhold Messner lauert hinter dem Link!] der zwei bekannten Alpinisten Denis Urubko und Simone Moro gescheitert: »“Die Natur war stärker als wir”, sagen die Bergsteiger

Der wohl jetzt schon legendäre Meteorologe Karl Gabl, der zahlreiche Himalaya-Expeditionen fachlich betreut(e), äußerte sich gegenüber dem Deutschlandfunk zur Frage nach dem Warum…

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“Wetterunabhängigkeitserklärung”

Gefunden in: dem Bad in der WG von einem Freund, in Form eines Werbe-Prospekts des bekannten Outdoor-Geschäfts Ozelot [Name geändert]. Die beworbene Aktion ist mittlerweile beendet, sodass der Hinweis darauf hoffentlich nicht mehr als Werbung durchgehen kann. Ich sollte für diesen Blog vielleicht eine eigene Kategorie für “Selten dämlich” einführen, vielleicht aber auch “Unheimlich originell”:

Wetterunabhängigkeitserklärung

§ 1         Wir sind das Outdoor-Volk !

§ 2         Ozelot unterstützt alle Bestrebungen zur bedingungslosen Befreiung des Outdoor-Volkes von der Diktatur des Wetters

§ 3         Verschiedenste Mittel zur Erreichung dieses gewaltigen Zieles sind in beiliegendem Flyer zusammengefasst

§ 4         Werden Sie Teil der Wetterunabhängigkeitsbewegung indem Sie sich Ihr Lieblingsteil aus diesem Anti-Wetter-Katalog aneignen!

§ 5         Sie zahlen nicht mehr als 15% weniger*

*Gültig für ein Modell aus dem Ozelot-Flyer WETTERUNABHÄNGIGKEITSERKLÄRUNG, dessen Sortiment hier abgebildet ist. Dieser Rabatt ist nicht mit Sonderpreisen und anderen Rabatten kombinierbar. Nur für Lagerware, solange der Vorrat reicht. Gültig nur bis einschließlich 20.November 2012.

Nur bis zum 20.November: 15% auf Ihr Lieblingsteil!*